18 Oktober
(UTC+1)
Ereignisse an diesem Tag im Leben von Manfred von Richthofen
Meinen fünften Engländer

Ein Heldenleben, Ullstein & Co, 1920?p. 194?
„Liebe Mama!
Wir haben hier dauernd schlechtes Wetter, aber trotzdem schoß ich gestern meinen fünften Engländer ab.“
Meine Vermählung

Ein Heldenleben, Ullstein & Co, 1920?p. 154?
„Fritze Prestien, eine alte Fliegerkanone, heiratete. Ich war eingeladen zur Hochzeit. Sie fand bei den Schwieger-eltern, die am Hofe des Herzogs von Koburg-Gotha leben, statt. Der Herzog hatte sein Jagdschloß Reinhardsbrunn zur Verfügung gestellt. Die Festlichkeit war sehr nett, besonders für eine Kriegshochzeit. Ich selbst verlebte dort lustige Tage und fuhr von da, den Rest meines Urlaubs in Berlin zu verleben, ins Continental. Der Portier empfängt mich schmunzelnd mit einem Glückwunsch. Auf meine verschiedenen Fragen hin, was der Grund des Glückwunsches sei, sieht er mich ganz erstaunt an, lächelt verbindlich und erklärt: „Zu Ihrer Vermählung!“ Ich war gerade im Kreise einiger lustiger Menschen. Es gab ein großes Hallo. Ich bekam einen roten Kopf und erklärte ihm, ich hätte mich nicht verheiratet, nicht einmal verlobt. Der Portier guckte mich etwas mißtrauisch an. Für mich war die Sache erledigt. Ich dachte schon gar nicht mehr daran, komme in ein Lokal, in dem ich öfter esse, es ereignet sich dasselbe. Der Wirt überschlägt sich vor Liebenswürdigkeit. Nun frage ich aber, warum und wieso er dazu käme. Er ergreift die „Deutsche Tageszeitung“, da steht es dick und fett. Tatort, Zeugen, allerhand Gäste sind angeführt von einer Hochzeit, die ich zwar mitgemacht hatte, aber nicht ich war der Leidtragende, sondern Fritze Prestien. Die „Gothaische Zeitung“ hatte meinen Namen mit dem meines Freundes einfach verwechselt und so war ich durch sämtliche Zeitungen zum Ehemann gedruckt. Der Liftboy im Continental hielt mir die „B.Z.“ unter die Nase lachte h¨hnisch und sagte: „Wollen Sie’s noch immer leugnen, Herr Rittmeister?“ Meine eigenen Verwandten schickten mir zahllose Telegramme. Briefe mit dem komischen Inhalt bekam ich noch wochenlang später, leider aber keine Hochzeitsgeschenke, die ich natürlich dankend angenommen und für den Fall, daß, augespart hätte. Mein Vater war gerade im Felde, worauf auch ihm von allen Seiten die herzlichsten Glückwünsche überbracht wurden. Ich hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen. Schreiben tue ich überhaupt nie an ihn. Da es nun überall schwarz auf weiß zu lesen war und die Tatsachen so genau beschrieben wurden, fing mein Vater so langsam an, es selbst zu glauben, und leugnete es schließlich nicht mehr. Später meinte er, wie ich ihn auslachte: „Die moderne Zeit bringt ja allerhand mit sich, warum nicht mal zur Abwechslung auch so etwas? Die Väter werden ja nur in den seltensten Fällen um ihre Meinung gefragt.“ Er war aber doch schließlich ganz damit einverstanden, daß ich nicht in den Stand der heiligen Ehe getreten war, denn auch er war der Überzeugung, daß es doch noch etwas verfrüht gewesen wäre. Ich selbst könnte mir ganz gut vorstellen, mein Leben bis an mein selig Ende als flotter Junggeselle zu genießen.
Das Interesse der jungen Mädchen an mir hat seitdem sichtlich nachgelassen. Das läßt sich an den Briefen feststellen.“
Vermählung des Rittmeisters Freiherrn von Richthofen

Die Erinnerungen der Mutter des roten Kampffliegers Kunigunde Freifrau von Richthofen. Im Verlag Ullstein – Berlin, 1937.?p. 141?
„Wenige Tage später hatte ich wieder ein seltsames und lustiges Erlebnis. Auf einer Bahnfahrt gratulierten mir plötzlich einige Bekannte zu Manfreds Vermählung. Es habe groß und breit in der „Schlesischen Zeitung“ gestanden: „Vermählung des Rittmeisters Freiherrn von Richthofen! Rittmeister Freiherr von Richthofen, der erfolgreichste deutsche Kampfflieger, wurde gestern im Schloß Reinhardtsbrunn mit der Tochter des Oberhofjägermeisters von Minkwitz vermählt. Den Akt vollzog Oberhofprediger Scholz aus Gotha. An der Feier nahmen etwa dreißig personen, unter anderen der Herzog von Coburg-Gotha nebst Gemahlin, Staatssekretär von Bassewitz und mehrere Fliegeroffiziere teil!“ Ich versuchte den Gratulanten klarzumachen, daß das Fräulein von Minkwitz einem anderen Fliegeroffizier die Hand gereicht habe. Manfred sei bei der Hochzeit nur Brautführer gewesen. Aber sie glaubten nicht, lächelten schelmisch zu unserem guten Witz. Abends häuften sich die Glückwünsche. Auch Manfred in seinem Berliner Hotel wurde lebhaft gratuliert. Als er erst erstaunt und dann lachend protestierte, hielt man ihm die Zeitungsnachricht unter die Nase. Ähnlich ging es meinem Mann; der Ärmste wurde an der Front derart mit Gratulationen überschüttet, daß er zuletzt selbst davon überzeugt war, sien Sohn habe sich hinter seinem Rücken im Sturzflug in die Ehe begeben. Er fiel aus allen Wolken, als er den wahren Sachverhalt erfuhr. Manfred erklärte laut und deutlich, daß er keineswegs die Absicht habe, die heiligen Fesseln der Ehe in absehbarer Zeit anzulegen, daß er sich sehr gut denken könnte, als flotter Junggeselle sein frisch-fröhliches Leben zu verbringen. Die Nachricht seiner Vermählung aber milderte das Interesse der Weiblichkeit für seine Person in einem deutlich nachweisbaren Grade.“
MvR nimmt an der Hochzeit seines Kriegskameraden Fritz Prestien teil.

http://www.frontflieger.de/4-ric13.html?p. ?
MvR nimmt an der Hochzeit seines Kriegskameraden Fritz Prestien auf Schloss Rheinhardsbrunn/ Thüringen teil. Dieser heiratet Wally v.Minckwitz. Anschließend kursiert in der Presse die Meldung: ‚Der Rote Kampfflieger hat geheiratet‘. Vater Richthofen fragt bei seiner Ehefrau nach: ‚Wieso weiß ich nichts davon? Die Jugend…!‘
Aussage von B.B. Perry

Marke 2 Wereldoorlog 1?p. ?
Aussage von B.B. Perry: In Courtrai (die Deutschen nannten es Kortrik) trafen wir auf andere Piloten der Jasta 10. Wir bemerkten, dass es eine „eingeschworene Gemeinschaft“ von Richthofen-Männern war. Aber der „Rote Ritter“ war zu keinem Zeitpunkt zu sehen, da er sich gerade von einer Krankheit oder Verletzung erholte.
