{"id":14116,"date":"2021-12-16T17:30:58","date_gmt":"2021-12-16T16:30:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/event\/wie-ich-auf-patrouille-zum-erstenmal-die-kugeln-pfeifen-horte\/"},"modified":"2025-01-05T10:43:07","modified_gmt":"2025-01-05T09:43:07","slug":"wie-ich-auf-patrouille-zum-erstenmal-die-kugeln-pfeifen-horte","status":"publish","type":"event","link":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/event\/wie-ich-auf-patrouille-zum-erstenmal-die-kugeln-pfeifen-horte\/","title":{"rendered":"Wie ich auf Patrouille zum erstenmal die Kugeln pfeifen h\u00f6rte"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Ich hatte den Auftrag, festzustellen, wie stark die Besetzung eines gro\u00dfen Waldes bei Virton wohl sein mochte. Ich ritt mit f\u00fcnfzehn Ulanen los und war mir klar: Heute gibt es den ersten Zusammensto\u00df mit dem Feinde. Mein Auftrag war nicht leicht, denn in so einem Walde kann furchtbar viel stecken, ohne da\u00df man es sieht. Ich kam \u00fcber eine H\u00f6he. Wenige hundert Schritte vor mir lag ein riesiger Waldkomplex von vielen tausend Morgen. Es war ein sch\u00f6ner Augustmorgen. Der Wald lag so friedlich und ruhig, da\u00df man eigentlich gar keine kriegerischen Gedanken mehr sp\u00fcrte. Jetzt n\u00e4herte sich die Spitze dem Eingang des Waldes. Durch das Glas konnte man nichts Verd\u00e4chtiges feststellen, man mu\u00dfte also heranreiten und abwarten, ob man Feuer bek\u00e4me. Die Spitze verschwand im Waldweg. Ich war der n\u00e4chste, neben mir ritt einer meiner t\u00fcchtigsten Ulanen. Am Eingang des Waldes war ein einsames Waldw\u00e4rterh\u00e4uschen. Wir ritten daran vorbei. Mit einemmal fiel ein Schu\u00df aus einem Fenster des Hauses. Gleich darauf noch [32]einer. Am Knall erkannte ich sofort, da\u00df es kein B\u00fcchsenschu\u00df war, sondern da\u00df er von einer Flinte herr\u00fchrte. Zur gleichen Zeit sah ich auch Unordnung in meiner Patrouille und vermutete gleich einen \u00dcberfall durch Franktireurs. Von den Pferden \u2019runter und das Haus umstellen war eins. In einem etwas dunkeln Raum erkannte ich vier bis f\u00fcnf Burschen mit feindseligen Augen. Eine Flinte war nat\u00fcrlich nicht zu sehen. Meine Wut war gro\u00df in diesem Augenblick; aber ich hatte noch nie in meinem Leben einen Menschen get\u00f6tet, und so mu\u00df ich sagen, war mir der Moment \u00e4u\u00dferst unbehaglich. Eigentlich h\u00e4tte ich den Franktireur wie ein St\u00fcck Vieh \u2019runterknallen m\u00fcssen. Er hatte mit dem Schu\u00df eine Ladung Schrot in den Bauch eines meiner Pferde gejagt und einen meiner Ulanen an der Hand verletzt. Mit meinem k\u00fcmmerlichen Franz\u00f6sisch schrie ich die Bande an und drohte, wenn sich der Schuldige nicht umgehend melden w\u00fcrde, sie allesamt \u00fcber den Haufen zu schie\u00dfen. Sie merkten, da\u00df es mir Ernst war, und da\u00df ich nicht zaudern w\u00fcrde, meinen Worten die Tat folgen zu lassen. Wie es nun eigentlich kam, wei\u00df ich heute selbst nicht mehr. Jedenfalls waren die Freisch\u00fctzen mit einemmal aus der Hintert\u00fcr heraus und vom Erdboden verschwunden. Ich scho\u00df noch hinterher, ohne zu treffen. Zum Gl\u00fcck hatte ich das Haus umstellt, so da\u00df sie mir eigentlich nicht entrutschen konnten. [33]Sofort lie\u00df ich das Haus nach ihnen durchst\u00f6bern, fand aber keinen mehr. Mochten nun die Posten hinter dem Haus nicht ordentlich aufgepa\u00dft haben, jedenfalls war die ganze Bude leer. Wir fanden noch die Schrotspritze am Fenster stehend und mu\u00dften uns auf andere Weise r\u00e4chen. In f\u00fcnf Minuten stand das ganze Haus in Flammen. Nach diesem Intermezzo ging es weiter. An frischen Pferdespuren erkannte ich, da\u00df unmittelbar vor uns starke feindliche Kavallerie marschiert sein mu\u00dfte. Ich hielt mit meiner Patrouille, feuerte sie durch ein paar Worte an und hatte das Gef\u00fchl, da\u00df ich mich auf jeden meiner Kerls unbedingt verlassen konnte. Jeder, so wu\u00dfte ich, w\u00fcrde seinen Mann in den n\u00e4chsten Minuten stehen. Nat\u00fcrlich dachte keiner an etwas anderes als an eine Attacke. Es liegt wohl im Blute eines Germanen, den Gegner, wo man ihn auch trifft, \u00fcber den Haufen zu rennen, besonders nat\u00fcrlich feindliche Kavallerie. Schon sah ich mich an der Spitze meines H\u00e4ufleins eine feindliche Schwadron zusammenhauen und war ganz trunken vor freudiger Erwartung. Meinen Ulanen blitzten die Augen. So ging es dann in flottem Trab auf der frischen Spur weiter. Nach einst\u00fcndigem scharfem Ritt durch die sch\u00f6nste Bergschlucht wurde der Wald etwas lichter, und wir n\u00e4herten uns dem Ausgang. Da\u00df ich damit auf den Feind sto\u00dfen w\u00fcrde, war mir klar. Also [34]Vorsicht! bei allem Attackenmut, der mich beseelte. Rechts von dem schmalen Pfad war eine viele Meter hohe, steile Felsenwand. Zu meiner Linken war ein schmaler Gebirgsbach, dann eine Wiese von f\u00fcnfzig Metern Breite, eingefa\u00dft von Stacheldr\u00e4hten. Mit einem Male h\u00f6rte die Pferdespur auf und verschwand \u00fcber eine Br\u00fccke in den B\u00fcschen. Meine Spitze hielt, denn vor uns war der Waldausgang durch eine Barrikade versperrt. Sofort war es mir klar, da\u00df ich in einen Hinterhalt geraten war. Ich erkannte pl\u00f6tzlich Bewegung im Buschwerk hinter der Wiese zu meiner Linken und konnte abgesessene feindliche Kavallerie erkennen. Ich sch\u00e4tzte sie auf eine St\u00e4rke von hundert Gewehren. Hier war nichts zu wollen. Geradeaus war der Weg durch die Barrikade versperrt, rechts waren die Felsw\u00e4nde, links hinderte mich die mit Draht eingefa\u00dfte Wiese an meinem Vorhaben, der Attacke. Zum Absitzen, um den Gegner mit Karabinern anzugreifen, war keine Zeit mehr. Also blieb nichts anderes \u00fcbrig, als zur\u00fcck. Alles h\u00e4tte ich meinen guten Ulanen zutrauen k\u00f6nnen, blo\u00df kein Ausrei\u00dfen vor dem Feinde. \u2013 Das sollte so manchem den Spa\u00df verderben, denn eine Sekunde sp\u00e4ter knallte der erste Schu\u00df, dem ein rasendes Schnellfeuer aus dem Walde dr\u00fcben folgte. Die Entfernung betrug etwa f\u00fcnfzig bis hundert Meter. Die Leute waren [35]instruiert, da\u00df sie, im Falle ich die Hand hob, schnell zu mir sto\u00dfen sollten. Nun wu\u00dfte ich, wir mu\u00dften zur\u00fcck, hob den Arm und winkte meinen Leuten zu. Das m\u00f6gen sie wohl falsch verstanden haben. Meine Patrouille, die ich zur\u00fcckgelassen hatte, glaubte mich in Gefahr und kam in wildem Caracho herangebraust, um mich herauszuhauen. Alles das spielte sich auf einem schmalen Waldweg ab, so da\u00df man sich wohl die Schweinerei vorstellen kann, die sich nun ereignete. Meinen beiden Spitzenreitern gingen die Pferde infolge des rasenden Feuers in der engen Schlucht, wo der Laut jedes Schusses sich verzehnfachte, durch, und ich sah sie blo\u00df die Barrikade mit einem Sprung nehmen. Von ihnen habe ich nie wieder etwas geh\u00f6rt. Gewi\u00df sind sie in Gefangenschaft. Ich selbst machte kehrt und gab meinem guten \u00bbAntithesis\u00ab, wohl zum erstenmal in seinem Leben, die Sporen. Meinen Ulanen, die mir entgegengebraust kamen, konnte ich nur mit M\u00fche und Not zu erkennen geben, nicht weiter vorzukommen. Kehrt und davon! Neben mir ritt mein Bursche. Pl\u00f6tzlich st\u00fcrzte sein Pferd getroffen, ich sprang dar\u00fcber hinweg, um mich herum w\u00e4lzten sich andere Pferde. Kurz und gut, es war ein w\u00fcstes Durcheinander. Von meinem Burschen sah ich nur noch, wie er unter dem Pferd lag, scheinbar nicht verwundet, aber durch das auf ihm liegende Pferd gefesselt. Der Gegner [36]hatte uns gl\u00e4nzend \u00fcberrumpelt. Er hatte uns wohl von Anfang an beobachtet und, wie es den Franzosen nun mal liegt, aus dem Hinterhalt seinen Feind zu \u00fcberfallen, so hatte er es auch in diesem Fall wieder versucht. Freude machte es mir, als nach zwei Tagen mit einemmal mein Bursche vor mir stand; allerdings zur H\u00e4lfte barf\u00fc\u00dfig, denn den einen Stiefel hatte er unter seinem Pferd gelassen. Er erz\u00e4hlte mir nun, wie er entkommen war: Mindestens zwei Schwadronen franz\u00f6sischer K\u00fcrassiere waren sp\u00e4ter aus dem Walde gekommen, um die vielen gefallenen Pferde und tapferen Ulanen zu pl\u00fcndern. Er war gleich aufgesprungen, unverwundet die Felsenwand hinaufgeklettert und in f\u00fcnfzig Metern H\u00f6he vollst\u00e4ndig ersch\u00f6pft in einem Geb\u00fcsch zusammengebrochen. Nach etwa zwei Stunden, nachdem der Feind sich wieder in seinen Hinterhalt begeben hatte, hatte er seine Flucht fortsetzen k\u00f6nnen. Nach einigen Tagen gelangte er so wieder zu mir. Von dem Verbleib der anderen Kameraden konnte er wenig aussagen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event-type":[222],"source-language":[260],"source-id-tax":[293],"class_list":["post-14116","event","type-event","status-publish","hentry","event-type-relocation-trips-de","source-language-deutsch-de","source-id-tax-der-rote-kampfflieger-von-rittmeister-manfred-freiherrn-von-richthofen-1917-351-000-400-000-verlag-ullstein-co-berlin-wien-de","entry","no-media"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.7 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Wie ich auf Patrouille zum erstenmal die Kugeln pfeifen h\u00f6rte - Meet The Red Baron<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/event\/wie-ich-auf-patrouille-zum-erstenmal-die-kugeln-pfeifen-horte\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Wie ich auf Patrouille zum erstenmal die Kugeln pfeifen h\u00f6rte - 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Geradeaus war der Weg durch die Barrikade versperrt, rechts waren die Felsw\u00e4nde, links hinderte mich die mit Draht eingefa\u00dfte Wiese an meinem Vorhaben, der Attacke. Zum Absitzen, um den Gegner mit Karabinern anzugreifen, war keine Zeit mehr. Also blieb nichts anderes \u00fcbrig, als zur\u00fcck. Alles h\u00e4tte ich meinen guten Ulanen zutrauen k\u00f6nnen, blo\u00df kein Ausrei\u00dfen vor dem Feinde. \u2013 Das sollte so manchem den Spa\u00df verderben, denn eine Sekunde sp\u00e4ter knallte der erste Schu\u00df, dem ein rasendes Schnellfeuer aus dem Walde dr\u00fcben folgte. Die Entfernung betrug etwa f\u00fcnfzig bis hundert Meter. Die Leute waren [35]instruiert, da\u00df sie, im Falle ich die Hand hob, schnell zu mir sto\u00dfen sollten. Nun wu\u00dfte ich, wir mu\u00dften zur\u00fcck, hob den Arm und winkte meinen Leuten zu. Das m\u00f6gen sie wohl falsch verstanden haben. Meine Patrouille, die ich zur\u00fcckgelassen hatte, glaubte mich in Gefahr und kam in wildem Caracho herangebraust, um mich herauszuhauen. Alles das spielte sich auf einem schmalen Waldweg ab, so da\u00df man sich wohl die Schweinerei vorstellen kann, die sich nun ereignete. Meinen beiden Spitzenreitern gingen die Pferde infolge des rasenden Feuers in der engen Schlucht, wo der Laut jedes Schusses sich verzehnfachte, durch, und ich sah sie blo\u00df die Barrikade mit einem Sprung nehmen. Von ihnen habe ich nie wieder etwas geh\u00f6rt. Gewi\u00df sind sie in Gefangenschaft. Ich selbst machte kehrt und gab meinem guten \u00bbAntithesis\u00ab, wohl zum erstenmal in seinem Leben, die Sporen. Meinen Ulanen, die mir entgegengebraust kamen, konnte ich nur mit M\u00fche und Not zu erkennen geben, nicht weiter vorzukommen. Kehrt und davon! Neben mir ritt mein Bursche. Pl\u00f6tzlich st\u00fcrzte sein Pferd getroffen, ich sprang dar\u00fcber hinweg, um mich herum w\u00e4lzten sich andere Pferde. Kurz und gut, es war ein w\u00fcstes Durcheinander. Von meinem Burschen sah ich nur noch, wie er unter dem Pferd lag, scheinbar nicht verwundet, aber durch das auf ihm liegende Pferd gefesselt. Der Gegner [36]hatte uns gl\u00e4nzend \u00fcberrumpelt. Er hatte uns wohl von Anfang an beobachtet und, wie es den Franzosen nun mal liegt, aus dem Hinterhalt seinen Feind zu \u00fcberfallen, so hatte er es auch in diesem Fall wieder versucht. Freude machte es mir, als nach zwei Tagen mit einemmal mein Bursche vor mir stand; allerdings zur H\u00e4lfte barf\u00fc\u00dfig, denn den einen Stiefel hatte er unter seinem Pferd gelassen. Er erz\u00e4hlte mir nun, wie er entkommen war: Mindestens zwei Schwadronen franz\u00f6sischer K\u00fcrassiere waren sp\u00e4ter aus dem Walde gekommen, um die vielen gefallenen Pferde und tapferen Ulanen zu pl\u00fcndern. Er war gleich aufgesprungen, unverwundet die Felsenwand hinaufgeklettert und in f\u00fcnfzig Metern H\u00f6he vollst\u00e4ndig ersch\u00f6pft in einem Geb\u00fcsch zusammengebrochen. Nach etwa zwei Stunden, nachdem der Feind sich wieder in seinen Hinterhalt begeben hatte, hatte er seine Flucht fortsetzen k\u00f6nnen. Nach einigen Tagen gelangte er so wieder zu mir. Von dem Verbleib der anderen Kameraden konnte er wenig aussagen.\""},"event-type-id":{"type":"numeric","raw":"3"},"source-id":{"type":"numeric","raw":"4"},"source-long-in-event":{"type":"textfield","raw":"Der rote Kampfflieger von Rittmeister Manfred Freiherrn von Richthofen, 1917, 351.000 - 400.000, Verlag Ullstein & Co, Berlin-Wien"},"pagenumber":{"type":"textfield","raw":"31"},"airplane-id":{"type":"textfield","raw":""},"combat-id":{"type":"textfield","raw":""},"event-type":{"type":"select","raw":"3"},"source-language":{"type":"select","raw":"2"},"picture":{"type":"image","raw":[""],"repeatable":[{"raw":""}]}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/event\/14116","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/event"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/event"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14116"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14116"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/event-type?post=14116"},{"taxonomy":"source-language","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/source-language?post=14116"},{"taxonomy":"source-id-tax","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/source-id-tax?post=14116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}