{"id":12931,"date":"2022-01-02T11:14:03","date_gmt":"2022-01-02T10:14:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/event\/einleitung-von-bolko-freiherr-von-richthofen-zum-nachdruck-des-roten-kamppfliegers-von-1933\/"},"modified":"2025-05-22T15:13:55","modified_gmt":"2025-05-22T14:13:55","slug":"einleitung-von-bolko-freiherr-von-richthofen-zum-nachdruck-des-roten-kamppfliegers-von-1933","status":"publish","type":"event","link":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/event\/einleitung-von-bolko-freiherr-von-richthofen-zum-nachdruck-des-roten-kamppfliegers-von-1933\/","title":{"rendered":"Einleitung von Bolko Freiherr von Richthofen zum Nachdruck des Roten Kamppfliegers von 1933."},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Mein Bruder Manfred.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wird der Mensch, selbst wenn ihm ein langes Leben beschieden ist, bis zum einem gewissen Grade ein Produkt seiner Herkunft und Erziehung bleiben. Wen aber ein unerbittliches Schicksal fr\u00fch aus diesem Erdendasein abruft, in dessen Denken und Handeln wird das geistige und k\u00f6rperliche Erbteil seiner Eltern und weiteren Vorfahren, werden die Eindr\u00fccke seiner Kindheit und Jugendheit unverkennbar in Erscheinung treten. Und so war es auch bei meinem geliebten Bruder, Manfred Freiherrn von Richthofen, denn noch ehe er sein sechsundzwanzigstes Lebensjahr vollendet hatte, fand er den Heldentot. Wer sein Lebensbild zeichnen will, mu\u00df zur\u00fcckgehen auf die Geschichte und die Art der Familie, der er entstammte, mu\u00df die Umgebung und die Menschen schilderen, mit denen er aufwuchs, deren Unschauungen ihm gel\u00e4ufig wurden und in ihm die Eigenschaften seines Charakters entstehen lie\u00dfen, die ihn dann in jungen Jahren bef\u00e4higt haben, so Au\u00dferordentliches f\u00fcr Volk und Vaterland zu leisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Familie Richthofen nahm ihren Ursprung aus Bernau in der Mark, das einst gr\u00f6\u00dfer war als Berlin, jetzt aber nur noch ein kleines Nachbarst\u00e4dtchen der Reichshauptstadt ist. Daselbst war vom Jahre 1543 bis 1553 Sebastian Schmidt, selbst aus Koblenz geb\u00fcrtig und einst in Wittenberg ein Sch\u00fcler Luthers, lutherischer Diakonus. Dem Brauche der Zeit und seinem geistlichen Beruf gem\u00e4\u00df latinisierte er seinem Namen und nannte sich Faber. Von ihm und seiner Gattin Barbara Below, einer Ratsherrentochter aus Berlin, stammt das Geschlecht. Aber verm\u00fctlich h\u00e4tte es niemals einen immerhin nicht gew\u00f6hnlichen Aufstieg genommen, w\u00e4re nicht dem Pastor Sebastian Faber ein ungef\u00e4hr gleichaltriger Freund gegeben gewesen, der zu den hervorragendsten M\u00e4nnern der Markgrafschaft Brandenburg gerechnet werden mu\u00df. Dies war Paulus Schultze oder Schulthei\u00df, der der Schulzenfamilie von Bernau entstammte und dessen Vater und Gro\u00dfvater, Andreas und Thomas Schultze, schon nachweisbar vor Beginn des 16. Jahrhunderts B\u00fcrgermeister zu Bernau gewesen sind. Auch Paulus Schultze latinisierte seinen Namen, und so hei\u00dft er in der Geschichte der Mark Paulus Praetorius. Er war geboren zu Bernau am 24. Januar 1521 und starb in der Moritzburg bei Halle bereits am 16.Juni 1565 als kaiserlich und kurf\u00fcrstlich brandenburgischer Rat, erzbisch\u00f6flich Magdeburger und Halberst\u00e4dter Geheimer Kamerrat, Erblehnsherr und Gerichtsherr auf verschiedenen von ihm in seinem verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurzen Leben erworbenen Besitzungen. Unter alten Bildern von ihm finden sich die Worte: &#8222;Vir prudens et orator gravissimus&#8220;, zu deutsch: &#8222;Ein kluger Mann und hervorragender Sprecher&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wahrhafit, dieser Paulus Praetorius mu\u00df ein bedeutender und wohlstudierter Herr gewesen sein. Schon in jungen Jahren wurde er zum Informator der Markgrafen Friedrich und Sigismund von Brandenburg bestimmt, der S\u00f6hne des Kurf\u00fcrsten Joachim II, die beide sp\u00e4ter Erzbisch\u00f6fe zu Magdeburg wurden. Er gewann das Vertrauen seines kurf\u00fcrstlichen Herrn im h\u00f6chsten Ma\u00dfe, wurde in dessen engeren Rat berufen und zu den verschiedensten Missionen diplomatischer Art, insbesondere auch an den kaiserlichen Hof in Prag zu Ferdinand des Ersten R\u00f6mischer Majest\u00e4t gesandt. So kam es, da\u00df der gleiche Kaiser Ferdinand I Oculi 1561 ihm selbst und seinen Erben ein adliger Wappen verlieh, das dem Namen Praetorius entsprechend einen Pr\u00e4tor, d.h. einen auf einem Richterstuhl sitzenden, schwarzgekleideten Richter darstellt. Aber Paulus Praetorius hatte keine m\u00e4nnlichen Erben, und so entschlo\u00df er sich, den 1543 zu Bernau geborenen Sohn seines Freundes Sebastian Faber, Samuel Faber, oder wie er von da an hie\u00df, Samuel Praetorius an Kindes Statt anzunehmen. Ihm hinterlie\u00df Paulus Praetorius aber nicht nur sein neu erworbenes Wappenschild, sondern auch seine zweifellos nicht unerheblichen Besitzt\u00fcmer. Auch Samuel Praetorius war ein gelehrter Mann, er siedelte nach Frankfurt an der Oder \u00fcber und war daselbst Ratsherr, Stadtrichter und zuletzt B\u00fcrgermeister. Er starb 1605. Sein Sohn Tobias Praetorius (1576 bis 1644)vergr\u00f6\u00dferte das Verm\u00f6gen der Familie und erwarb die ersten G\u00fcter in Schlesien, trat auch durch seine Ehe mit einer adligen Dame mehr und mehr aus dem Kreis gelehrten Patriziertums in den adligen Grundbesitzes \u00fcber. Sein Sohn Johann Praetorius (1611-1664) \u00fcbersiedelte ganz nach Schlesien und wurde durch Kaiser Leopold I 1661 in den erblichen b\u00f6hmischen Ritterstand unter Hinzuf\u00fcgung des Beinamens von Richthofen versetzt. Von diesem Johann Praetorius von Richthofen stammt die ganze heute noch bl\u00fchende Familie Richthofen ab. Sie ist von der Mitte des 17. Jahrhunderts an \u00fcberwiegend in Schlesien, insbesondere in den Kreisen Striegau, Jauer, Schweidnitz und Liegnitz angesessen gewesen und bis zum heutigen Tage geblieben. So sehr die Familie dem R\u00f6misch-Deutschen kaiser zu Wien f\u00fcr alle ihr gew\u00e4hrte Hilfe und Auszeichnung dankbar war, der Ursprung aus der Mark Brandenburg lebte in ihr fort. Und als etwa ein Jaharhundert sp\u00e4ter Friedrich der Gro\u00dfe Schlesien zu einer preu\u00dfischen Provinz machte, schlo\u00df sich die Familie ausnahmlos dem neuen Herrscherhause an, das f\u00fcr sie ja ein altes war. Friedrich der Gro\u00dfe belohnte diese Anh\u00e4nglichkeit mit der am 6. November 1741 erfolgten Erhebung in den Freiherrnstand des K\u00f6nigreichs Preu\u00dfen. Der weit \u00fcberwiegende Teil der Richthofenschen Familie ist seit den Tagen de Erwerbs des ersten schlesischen Gutes landwirtschaftlich t\u00e4tig geblieben. Der Bewirtschaftung und Erhaltung ihrer ausgedehnten Besitzungen haben die Generationen ihre Arbeit gewidmet, das Gemeinwohl aber dabei durch die Bet\u00e4tigung in der Provinzialverwaltung Schlesiens nicht au\u00dfer acht gelassen. Und in Krieg und Frieden haben die AZngeh\u00f6rigen der Familie f\u00fcr die Verteidigung ihrer Provinz und des K\u00f6nigreichs ihre selbstverst\u00e4ndliche Pflicht getan. Der General der Kavallerie, Manfred Freiherr von Richthofen, Pate meines Bruders, f\u00fcrhte eine Armee im Weltkrieg. Aber dabei war doch in den Nachkommen der Ratsherren, Pastoren und B\u00fcrgermeister der Sinn f\u00fcr gelehrte Berufe keineswegs geschwunden. Und das Vorbild des Adoptivvaters Paulus Praetorius hat manches Mitglied der Familei in politische und diplomatische Berufe gef\u00fcrht. Den Juristen ist heute noch der Name des Deutschrechtlers und Ordinarius der Universit\u00e4t Berlin, Karl Freiherr von Richthofen, gel\u00e4ufig, eines Spezialisten auf dem Gebiete des altgermanischen und insbesondere friesischen Rechts. Und Ferdinand von Richthofens gro\u00dfes Ansehen als einer der ersten Geographen nicht nur Deutschlands, sonder der Welt ist auchj jetzt, fast drei\u00dfig Jahre nach seinem Tode, unver\u00e4ndert geblieben, der Name dieses unerreichten Chinaforschers lebt heute noch in den von ihm bereisten und nach ihm benannten Gebirgen und Fl\u00fcssen fort. Aber auch auf die politische Gestaltung der Geschichte unseres Vaterlandes haben bis in die allerneuste Zeit vielfach Mitglieder der Familie einen nicht unerheblichen Einflu\u00df genommen. So der langj\u00e4hrige Preu\u00dfische Staatsminister und Staatsekret\u00e4r des Ausw\u00e4rtigen Amtes zu Zeiten der Kanzlerschaft des F\u00fcrsten B\u00fclow, Oswald Freiherr von Richthofen, und in der Nationalversammlung zu Weimar wie in den Vorund Nachkriegsreichtagen die Freiherren Karl, Ernst, Hartmann und Praetorius von Richthofen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere n\u00e4here Familie hat sich in den vergangenen Jahrhunderten von dem Werdegang der anderen Linien &#8211; die Trennung der einzelnen Zweige erfolgte zu Beginn des 18. Jahrhunderts &#8211; nicht irgendwie wesentlich unterschieden. Auch unsere Vorfahren sa\u00dfen auf den erworbenen und ererbten G\u00fctern. Ihre Gatinnen holten sie sich \u00fcberwiegend aus dem schlesischen Adel, wie aus den Familien von Reibnitz, von Heintze-Wei\u00dfenrode und von L\u00fcttwitz. Unsere Urgro\u00dfmutter war eine 1808 zu Dessau geborene Thecla von Berenhorst. Diese war eine Enkelin des Preu\u00dfischen Feldmarschalls F\u00fcrst Leopold von Anhalt-Dessau, des ber\u00fchmten Alten Dessauers. Ihr Vater, Georg Heinrich von Berenhorst, herzoglich anhalt-des-sauischer Oberhofmeister, entstammte einem Liebesbunde des F\u00fcrsten Leopold mit einer jugendlichen Untertanin. Wenn man will, darf man vielleicht annehmen, da\u00df das Blut des Siegers von H\u00f6chstadt, Turin und Kesselsdorf auch in seinen Nachfahren unver\u00e4ndert wirksam geworden ist. Unsere Gro\u00dfmutter hie\u00df als M\u00e4dchen Marie Seip. Sie stammte aus einer mecklenburgischen Gutsbesitzers-familie hessischen Ursprungs, die mit der Familie Goethes in nahen verwandschaftlichen Beziehungen gestanden hat. Wir Enkelkinder liebten diese Gro\u00dfmutter, die ein Jahr vor Ausbruch des Weltkrieges verstorben ist, z\u00e4rtlich. Zu unseren sch\u00f6nsten Jugenderinnerungen z\u00e4hlten die Ferienaufenthalte auf dem in der N\u00e4he von Breslau gelegenen Gute Romberg unserer Gro\u00dfeltern. Wenn wir zu Ferienbeginn das von Schinkel erbaute Gutshaus betraten, pflegte die Gro\u00dfmutter uns mit den Worten zu empfangen: &#8222;Hier k\u00f6nnt ihr tun und lassen, was ihr wolt!&#8220;. Wir Jungens haben uns das nicht zweimal sagen lassen, und die Freuden des Landlebens, Reiten, Jagen, Schwimmen und alles, was sonst dazugeh\u00f6rt, in vollen Z\u00fcgen genossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser 1859 geborener Vater, Albrecht Freiherr von Richthofen, war der erste aktive Offizier unserer Linie und stand im Leibk\u00fcrassierregiment zu Breslau. Dort sind auch meine beiden Br\u00fcder Manfred (1892) und Lothar (1894) geboren. Er mu\u00dfte verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig fr\u00fch als Major seinen Abschied nehmen, da infolge eines Ohrenleidens der milit\u00e4rische Beruf f\u00fcr ihn eine Unm\u00f6glichkeit geworden war. Er hatte einen seiner K\u00fcrassiere, der beim Schwimmen mit dem Pferde in der Oder den Kontakt mit seinem Rosse verloren hatte, vor dem Tode des Ertrinkens gerette, indem er selbst stark erhitzt in voller Uniform von einer Br\u00fccke in den Flu\u00df sprang. Die Erk\u00e4ltung, die er sich hierbei zugezogen hatte, f\u00fchrte leider zu einer nicht mehr zu behebenden Schwerh\u00f6rigkeit. Unser Vater hat den Aufstieg und den Tod seines Sohnes Manfred noch erlebt und ihn verschiedene Male im Kriege, wo er als Ortskammandant eines St\u00e4dtchens in der N\u00e4he von Lille t\u00a8tig war, bei seinem Geschwader besucht. 1920 ist er dann in Schweidnitz, wo sich unsere Eltern zur Ruhe gesetzt hatten und wo unsere Mutter heute lebt, zur ewigen Ruhe eingegangen. Unsere Mutter, die H\u00fcterin und Bewahrerin des Andenkens ihrer gefallenen S\u00f6hne, hat aus ihrem Hause in Schweidnitz eine St\u00e4tte der Erinnerung an Manfred von Richthofen gemacht. Anl\u00e4\u00dflich seines f\u00fcnfzehnten Todestages am 21. April 1933 sollen diese R\u00e4ume, die mehr und mehr die Gestalt eines kleines Museums erhalten haben, dauernd der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden. Unsere 1868 geborene Mutter selbst stammt aus der in Schlesien reichbeg\u00fcterten Familie Schickfus und Neudorff. Ihre Mutter, enie geborene von Falkenhausen, entstammt einer milit\u00e4risch sehr bekannten Familie, deren Ahnherr der aus der inzwischen ausgestorbenen fr\u00e4nkischen Linie des Hohenzollernhauses stammende, mit einer Schwester Friedrichs des Gro\u00dfen verheiratete Markgraf Karl Wilhelm Friedrich von Ansbach war.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine beiden Br\u00fcder Manfred und Lothar waren elf und neun Jahre \u00e4lter als ich, und so beginnen meine Erinnerungen an sie erst mit dem Zeitpunkt, als beide unmittelbar vor dem Eintritt in die Armee standen. Aber meine Eltern haben mir so viel von den Jugentagen, namentlich Manfreds, erz\u00e4hlt, da\u00df ich, ohne Gefahr zu laufen, irgend etwas Unrichtiges zu berichten, doch in der Lage bin, einzelne bezeichnende Z\u00fcge aus seiner Kindheit und J\u00fcnglingszeit beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gro\u00dfe Freude f\u00fcr meine Eltern ist es immer gewesen, da\u00df Manfred von seinem ersten Lebenstage an eine besonders kr\u00e4ftige und gesunde Natur hatte. Nichts Schlechtes und Giftiges wollte an ihm haften, nicht einmal die Impfblattern sind bei ihm aufgegangen, so oft man es auch versucht hat. Er ist \u00fcberhaupt eigentlich nur einmal in seinem Leben krank gewesen, und zwar an den Masern, und so hat er zu seinem eigenen tiefen Bedauern so gut wie niemals einen Schultag vers\u00e4umt. Manfred hatte einen fabelhaft geschickten K\u00f6rper. Schon als ganz kleiner Junge schlug er Purzelb\u00e4ume, ohne die H\u00e4nde zu gebrauchen. Er legte sie dabei wie ein Soldat stramm an die Hosennaht&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212; Der Text wird hier mit einigen Anekdoten aus Manfreds Kindheit fortgesetzt. Ich habe sie separat in die Chronologie aufgenommen. Der Text endet mit den folgenden S\u00e4tzen.&#8212;<\/p>\n\n\n\n<p>Viele hundertmal ist Manfred in die L\u00fcfte gestiegen, oft drei- bis viermal am gleichen Tage. Er wu\u00dfte wohl, da\u00df ein jeder Mensch seine Achillesferse habe und da\u00df auch er verwundbar sei. Aber von allen, die den Krieg mit ihm erlebt haben, wird es keinen geben, der an ihm jemals, wenn er sich anschickte, dem Feind entgegenzufliegen, etwas anderes bemerkt h\u00e4tte als Siegesgewi\u00dfheit und Glauben an sich und den Erfolg. Vielleicht m\u00f6gen anfangs Ehrgeiz und Sportlust starke Triebfedern f\u00fcr Manfreds Entschlu\u00df gewesen sein, vom Sattel in den F\u00fchrersitz seines weltber\u00fchmt gewordenen roten Kampfflugzeuges zu steigen. Je h\u00e4rter und schwerer aber die K\u00e4mpfe, je bedeutungsvoller der Luftkrieg f\u00fcr Deutschlands Schicksal und je gr\u00f6\u00dfer so Manfreds eigene Verantwortung wurden, um so ernster wurde bei aller Heiterkeit und Zuversicht des Geistes sein unbeugsamer Wille, allein und ausschlie\u00dflich das Beste zu tun und zu geben f\u00fcr Volk und Vaterland. Und das dulce et decorum est pro patria mori, das ihm einst seine Lehrer im Kadettenkorps, nicht immer zu seiner Freude, in den Lateinstunden gepredigt hatten, wurde zum Inhalt der kurzen Lebensspanne, die ihm von 1915 bis 1918 noch beschieden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nun soll Manfred selbst das Wort nehmen und em Leser mit eigenen Worten sagen, was in jenen Jahren durch ihn und um ihn geschah.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event-type":[253],"source-language":[260],"source-id-tax":[296],"class_list":["post-12931","event","type-event","status-publish","hentry","event-type-general-event-de","source-language-deutsch-de","source-id-tax-der-rote-kampfflieger-von-rittmeister-manfred-freiherrn-von-richthofen-1933-eingeleitet-und-erganzt-von-bolko-freiherr-von-richthofen-mit-einem-vorwort-von-generalfeldmarschall-hermann-goring-verl-de","entry","no-media"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.7 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Einleitung von Bolko Freiherr von Richthofen zum Nachdruck des Roten Kamppfliegers von 1933. - Meet The Red Baron<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/event\/einleitung-von-bolko-freiherr-von-richthofen-zum-nachdruck-des-roten-kamppfliegers-von-1933\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Einleitung von Bolko Freiherr von Richthofen zum Nachdruck des Roten Kamppfliegers von 1933. - Meet The Red Baron\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"&#8222;Mein Bruder Manfred. 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Wen aber ein unerbittliches Schicksal fr\u00fch aus diesem Erdendasein abruft, in dessen Denken und Handeln wird das geistige und k\u00f6rperliche Erbteil seiner Eltern und weiteren Vorfahren, werden die Eindr\u00fccke seiner Kindheit und Jugendheit unverkennbar in Erscheinung treten. Und so war es auch bei meinem geliebten Bruder, Manfred Freiherrn von Richthofen, denn noch ehe er sein sechsundzwanzigstes Lebensjahr vollendet hatte, fand er den Heldentot. Wer sein Lebensbild zeichnen will, mu\u00df zur\u00fcckgehen auf die Geschichte und die Art der Familie, der er entstammte, mu\u00df die Umgebung und die Menschen schilderen, mit denen er aufwuchs, deren Unschauungen ihm gel\u00e4ufig wurden und in ihm die Eigenschaften seines Charakters entstehen lie\u00dfen, die ihn dann in jungen Jahren bef\u00e4higt haben, so Au\u00dferordentliches f\u00fcr Volk und Vaterland zu leisten.\r\n\r\nDie Familie Richthofen nahm ihren Ursprung aus Bernau in der Mark, das einst gr\u00f6\u00dfer war als Berlin, jetzt aber nur noch ein kleines Nachbarst\u00e4dtchen der Reichshauptstadt ist. Daselbst war vom Jahre 1543 bis 1553 Sebastian Schmidt, selbst aus Koblenz geb\u00fcrtig und einst in Wittenberg ein Sch\u00fcler Luthers, lutherischer Diakonus. Dem Brauche der Zeit und seinem geistlichen Beruf gem\u00e4\u00df latinisierte er seinem Namen und nannte sich Faber. Von ihm und seiner Gattin Barbara Below, einer Ratsherrentochter aus Berlin, stammt das Geschlecht. Aber verm\u00fctlich h\u00e4tte es niemals einen immerhin nicht gew\u00f6hnlichen Aufstieg genommen, w\u00e4re nicht dem Pastor Sebastian Faber ein ungef\u00e4hr gleichaltriger Freund gegeben gewesen, der zu den hervorragendsten M\u00e4nnern der Markgrafschaft Brandenburg gerechnet werden mu\u00df. Dies war Paulus Schultze oder Schulthei\u00df, der der Schulzenfamilie von Bernau entstammte und dessen Vater und Gro\u00dfvater, Andreas und Thomas Schultze, schon nachweisbar vor Beginn des 16. Jahrhunderts B\u00fcrgermeister zu Bernau gewesen sind. Auch Paulus Schultze latinisierte seinen Namen, und so hei\u00dft er in der Geschichte der Mark Paulus Praetorius. Er war geboren zu Bernau am 24. Januar 1521 und starb in der Moritzburg bei Halle bereits am 16.Juni 1565 als kaiserlich und kurf\u00fcrstlich brandenburgischer Rat, erzbisch\u00f6flich Magdeburger und Halberst\u00e4dter Geheimer Kamerrat, Erblehnsherr und Gerichtsherr auf verschiedenen von ihm in seinem verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurzen Leben erworbenen Besitzungen. Unter alten Bildern von ihm finden sich die Worte: \"Vir prudens et orator gravissimus\", zu deutsch: \"Ein kluger Mann und hervorragender Sprecher\".\r\n\r\nUnd wahrhafit, dieser Paulus Praetorius mu\u00df ein bedeutender und wohlstudierter Herr gewesen sein. Schon in jungen Jahren wurde er zum Informator der Markgrafen Friedrich und Sigismund von Brandenburg bestimmt, der S\u00f6hne des Kurf\u00fcrsten Joachim II, die beide sp\u00e4ter Erzbisch\u00f6fe zu Magdeburg wurden. Er gewann das Vertrauen seines kurf\u00fcrstlichen Herrn im h\u00f6chsten Ma\u00dfe, wurde in dessen engeren Rat berufen und zu den verschiedensten Missionen diplomatischer Art, insbesondere auch an den kaiserlichen Hof in Prag zu Ferdinand des Ersten R\u00f6mischer Majest\u00e4t gesandt. So kam es, da\u00df der gleiche Kaiser Ferdinand I Oculi 1561 ihm selbst und seinen Erben ein adliger Wappen verlieh, das dem Namen Praetorius entsprechend einen Pr\u00e4tor, d.h. einen auf einem Richterstuhl sitzenden, schwarzgekleideten Richter darstellt. Aber Paulus Praetorius hatte keine m\u00e4nnlichen Erben, und so entschlo\u00df er sich, den 1543 zu Bernau geborenen Sohn seines Freundes Sebastian Faber, Samuel Faber, oder wie er von da an hie\u00df, Samuel Praetorius an Kindes Statt anzunehmen. Ihm hinterlie\u00df Paulus Praetorius aber nicht nur sein neu erworbenes Wappenschild, sondern auch seine zweifellos nicht unerheblichen Besitzt\u00fcmer. Auch Samuel Praetorius war ein gelehrter Mann, er siedelte nach Frankfurt an der Oder \u00fcber und war daselbst Ratsherr, Stadtrichter und zuletzt B\u00fcrgermeister. Er starb 1605. Sein Sohn Tobias Praetorius (1576 bis 1644)vergr\u00f6\u00dferte das Verm\u00f6gen der Familie und erwarb die ersten G\u00fcter in Schlesien, trat auch durch seine Ehe mit einer adligen Dame mehr und mehr aus dem Kreis gelehrten Patriziertums in den adligen Grundbesitzes \u00fcber. Sein Sohn Johann Praetorius (1611-1664) \u00fcbersiedelte ganz nach Schlesien und wurde durch Kaiser Leopold I 1661 in den erblichen b\u00f6hmischen Ritterstand unter Hinzuf\u00fcgung des Beinamens von Richthofen versetzt. Von diesem Johann Praetorius von Richthofen stammt die ganze heute noch bl\u00fchende Familie Richthofen ab. Sie ist von der Mitte des 17. Jahrhunderts an \u00fcberwiegend in Schlesien, insbesondere in den Kreisen Striegau, Jauer, Schweidnitz und Liegnitz angesessen gewesen und bis zum heutigen Tage geblieben. So sehr die Familie dem R\u00f6misch-Deutschen kaiser zu Wien f\u00fcr alle ihr gew\u00e4hrte Hilfe und Auszeichnung dankbar war, der Ursprung aus der Mark Brandenburg lebte in ihr fort. Und als etwa ein Jaharhundert sp\u00e4ter Friedrich der Gro\u00dfe Schlesien zu einer preu\u00dfischen Provinz machte, schlo\u00df sich die Familie ausnahmlos dem neuen Herrscherhause an, das f\u00fcr sie ja ein altes war. Friedrich der Gro\u00dfe belohnte diese Anh\u00e4nglichkeit mit der am 6. November 1741 erfolgten Erhebung in den Freiherrnstand des K\u00f6nigreichs Preu\u00dfen. Der weit \u00fcberwiegende Teil der Richthofenschen Familie ist seit den Tagen de Erwerbs des ersten schlesischen Gutes landwirtschaftlich t\u00e4tig geblieben. Der Bewirtschaftung und Erhaltung ihrer ausgedehnten Besitzungen haben die Generationen ihre Arbeit gewidmet, das Gemeinwohl aber dabei durch die Bet\u00e4tigung in der Provinzialverwaltung Schlesiens nicht au\u00dfer acht gelassen. Und in Krieg und Frieden haben die AZngeh\u00f6rigen der Familie f\u00fcr die Verteidigung ihrer Provinz und des K\u00f6nigreichs ihre selbstverst\u00e4ndliche Pflicht getan. Der General der Kavallerie, Manfred Freiherr von Richthofen, Pate meines Bruders, f\u00fcrhte eine Armee im Weltkrieg. Aber dabei war doch in den Nachkommen der Ratsherren, Pastoren und B\u00fcrgermeister der Sinn f\u00fcr gelehrte Berufe keineswegs geschwunden. Und das Vorbild des Adoptivvaters Paulus Praetorius hat manches Mitglied der Familei in politische und diplomatische Berufe gef\u00fcrht. Den Juristen ist heute noch der Name des Deutschrechtlers und Ordinarius der Universit\u00e4t Berlin, Karl Freiherr von Richthofen, gel\u00e4ufig, eines Spezialisten auf dem Gebiete des altgermanischen und insbesondere friesischen Rechts. Und Ferdinand von Richthofens gro\u00dfes Ansehen als einer der ersten Geographen nicht nur Deutschlands, sonder der Welt ist auchj jetzt, fast drei\u00dfig Jahre nach seinem Tode, unver\u00e4ndert geblieben, der Name dieses unerreichten Chinaforschers lebt heute noch in den von ihm bereisten und nach ihm benannten Gebirgen und Fl\u00fcssen fort. Aber auch auf die politische Gestaltung der Geschichte unseres Vaterlandes haben bis in die allerneuste Zeit vielfach Mitglieder der Familie einen nicht unerheblichen Einflu\u00df genommen. So der langj\u00e4hrige Preu\u00dfische Staatsminister und Staatsekret\u00e4r des Ausw\u00e4rtigen Amtes zu Zeiten der Kanzlerschaft des F\u00fcrsten B\u00fclow, Oswald Freiherr von Richthofen, und in der Nationalversammlung zu Weimar wie in den Vorund Nachkriegsreichtagen die Freiherren Karl, Ernst, Hartmann und Praetorius von Richthofen.\r\n\r\nUnsere n\u00e4here Familie hat sich in den vergangenen Jahrhunderten von dem Werdegang der anderen Linien - die Trennung der einzelnen Zweige erfolgte zu Beginn des 18. Jahrhunderts - nicht irgendwie wesentlich unterschieden. Auch unsere Vorfahren sa\u00dfen auf den erworbenen und ererbten G\u00fctern. Ihre Gatinnen holten sie sich \u00fcberwiegend aus dem schlesischen Adel, wie aus den Familien von Reibnitz, von Heintze-Wei\u00dfenrode und von L\u00fcttwitz. Unsere Urgro\u00dfmutter war eine 1808 zu Dessau geborene Thecla von Berenhorst. Diese war eine Enkelin des Preu\u00dfischen Feldmarschalls F\u00fcrst Leopold von Anhalt-Dessau, des ber\u00fchmten Alten Dessauers. Ihr Vater, Georg Heinrich von Berenhorst, herzoglich anhalt-des-sauischer Oberhofmeister, entstammte einem Liebesbunde des F\u00fcrsten Leopold mit einer jugendlichen Untertanin. Wenn man will, darf man vielleicht annehmen, da\u00df das Blut des Siegers von H\u00f6chstadt, Turin und Kesselsdorf auch in seinen Nachfahren unver\u00e4ndert wirksam geworden ist. Unsere Gro\u00dfmutter hie\u00df als M\u00e4dchen Marie Seip. Sie stammte aus einer mecklenburgischen Gutsbesitzers-familie hessischen Ursprungs, die mit der Familie Goethes in nahen verwandschaftlichen Beziehungen gestanden hat. Wir Enkelkinder liebten diese Gro\u00dfmutter, die ein Jahr vor Ausbruch des Weltkrieges verstorben ist, z\u00e4rtlich. Zu unseren sch\u00f6nsten Jugenderinnerungen z\u00e4hlten die Ferienaufenthalte auf dem in der N\u00e4he von Breslau gelegenen Gute Romberg unserer Gro\u00dfeltern. Wenn wir zu Ferienbeginn das von Schinkel erbaute Gutshaus betraten, pflegte die Gro\u00dfmutter uns mit den Worten zu empfangen: \"Hier k\u00f6nnt ihr tun und lassen, was ihr wolt!\". Wir Jungens haben uns das nicht zweimal sagen lassen, und die Freuden des Landlebens, Reiten, Jagen, Schwimmen und alles, was sonst dazugeh\u00f6rt, in vollen Z\u00fcgen genossen.\r\n\r\nUnser 1859 geborener Vater, Albrecht Freiherr von Richthofen, war der erste aktive Offizier unserer Linie und stand im Leibk\u00fcrassierregiment zu Breslau. Dort sind auch meine beiden Br\u00fcder Manfred (1892) und Lothar (1894) geboren. Er mu\u00dfte verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig fr\u00fch als Major seinen Abschied nehmen, da infolge eines Ohrenleidens der milit\u00e4rische Beruf f\u00fcr ihn eine Unm\u00f6glichkeit geworden war. Er hatte einen seiner K\u00fcrassiere, der beim Schwimmen mit dem Pferde in der Oder den Kontakt mit seinem Rosse verloren hatte, vor dem Tode des Ertrinkens gerette, indem er selbst stark erhitzt in voller Uniform von einer Br\u00fccke in den Flu\u00df sprang. Die Erk\u00e4ltung, die er sich hierbei zugezogen hatte, f\u00fchrte leider zu einer nicht mehr zu behebenden Schwerh\u00f6rigkeit. Unser Vater hat den Aufstieg und den Tod seines Sohnes Manfred noch erlebt und ihn verschiedene Male im Kriege, wo er als Ortskammandant eines St\u00e4dtchens in der N\u00e4he von Lille t\u00a8tig war, bei seinem Geschwader besucht. 1920 ist er dann in Schweidnitz, wo sich unsere Eltern zur Ruhe gesetzt hatten und wo unsere Mutter heute lebt, zur ewigen Ruhe eingegangen. Unsere Mutter, die H\u00fcterin und Bewahrerin des Andenkens ihrer gefallenen S\u00f6hne, hat aus ihrem Hause in Schweidnitz eine St\u00e4tte der Erinnerung an Manfred von Richthofen gemacht. Anl\u00e4\u00dflich seines f\u00fcnfzehnten Todestages am 21. April 1933 sollen diese R\u00e4ume, die mehr und mehr die Gestalt eines kleines Museums erhalten haben, dauernd der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden. Unsere 1868 geborene Mutter selbst stammt aus der in Schlesien reichbeg\u00fcterten Familie Schickfus und Neudorff. Ihre Mutter, enie geborene von Falkenhausen, entstammt einer milit\u00e4risch sehr bekannten Familie, deren Ahnherr der aus der inzwischen ausgestorbenen fr\u00e4nkischen Linie des Hohenzollernhauses stammende, mit einer Schwester Friedrichs des Gro\u00dfen verheiratete Markgraf Karl Wilhelm Friedrich von Ansbach war.\r\n\r\nMeine beiden Br\u00fcder Manfred und Lothar waren elf und neun Jahre \u00e4lter als ich, und so beginnen meine Erinnerungen an sie erst mit dem Zeitpunkt, als beide unmittelbar vor dem Eintritt in die Armee standen. Aber meine Eltern haben mir so viel von den Jugentagen, namentlich Manfreds, erz\u00e4hlt, da\u00df ich, ohne Gefahr zu laufen, irgend etwas Unrichtiges zu berichten, doch in der Lage bin, einzelne bezeichnende Z\u00fcge aus seiner Kindheit und J\u00fcnglingszeit beizutragen.\r\n\r\nEine gro\u00dfe Freude f\u00fcr meine Eltern ist es immer gewesen, da\u00df Manfred von seinem ersten Lebenstage an eine besonders kr\u00e4ftige und gesunde Natur hatte. Nichts Schlechtes und Giftiges wollte an ihm haften, nicht einmal die Impfblattern sind bei ihm aufgegangen, so oft man es auch versucht hat. Er ist \u00fcberhaupt eigentlich nur einmal in seinem Leben krank gewesen, und zwar an den Masern, und so hat er zu seinem eigenen tiefen Bedauern so gut wie niemals einen Schultag vers\u00e4umt. Manfred hatte einen fabelhaft geschickten K\u00f6rper. Schon als ganz kleiner Junge schlug er Purzelb\u00e4ume, ohne die H\u00e4nde zu gebrauchen. Er legte sie dabei wie ein Soldat stramm an die Hosennaht...\r\n\r\n--- Der Text wird hier mit einigen Anekdoten aus Manfreds Kindheit fortgesetzt. Ich habe sie separat in die Chronologie aufgenommen. Der Text endet mit den folgenden S\u00e4tzen.---\r\n\r\nViele hundertmal ist Manfred in die L\u00fcfte gestiegen, oft drei- bis viermal am gleichen Tage. Er wu\u00dfte wohl, da\u00df ein jeder Mensch seine Achillesferse habe und da\u00df auch er verwundbar sei. Aber von allen, die den Krieg mit ihm erlebt haben, wird es keinen geben, der an ihm jemals, wenn er sich anschickte, dem Feind entgegenzufliegen, etwas anderes bemerkt h\u00e4tte als Siegesgewi\u00dfheit und Glauben an sich und den Erfolg. Vielleicht m\u00f6gen anfangs Ehrgeiz und Sportlust starke Triebfedern f\u00fcr Manfreds Entschlu\u00df gewesen sein, vom Sattel in den F\u00fchrersitz seines weltber\u00fchmt gewordenen roten Kampfflugzeuges zu steigen. Je h\u00e4rter und schwerer aber die K\u00e4mpfe, je bedeutungsvoller der Luftkrieg f\u00fcr Deutschlands Schicksal und je gr\u00f6\u00dfer so Manfreds eigene Verantwortung wurden, um so ernster wurde bei aller Heiterkeit und Zuversicht des Geistes sein unbeugsamer Wille, allein und ausschlie\u00dflich das Beste zu tun und zu geben f\u00fcr Volk und Vaterland. Und das dulce et decorum est pro patria mori, das ihm einst seine Lehrer im Kadettenkorps, nicht immer zu seiner Freude, in den Lateinstunden gepredigt hatten, wurde zum Inhalt der kurzen Lebensspanne, die ihm von 1915 bis 1918 noch beschieden war.\r\n\r\nAber nun soll Manfred selbst das Wort nehmen und em Leser mit eigenen Worten sagen, was in jenen Jahren durch ihn und um ihn geschah.\""},"event-type-id":{"type":"numeric","raw":"2"},"source-id":{"type":"numeric","raw":"22"},"source-long-in-event":{"type":"textfield","raw":"Der rote Kampfflieger von Rittmeister Manfred Freiherrn von Richthofen, 1933, Eingeleitet und erg\u00e4nzt von Bolko Freiherr von Richthofen, mit einem Vorwort von Generalfeldmarschall Hermann G\u00f6ring, Verlag Ullstein & Co, Berlin"},"pagenumber":{"type":"textfield","raw":""},"airplane-id":{"type":"textfield","raw":""},"combat-id":{"type":"textfield","raw":""},"event-type":{"type":"select","raw":"2"},"source-language":{"type":"select","raw":"2"},"picture":{"type":"image","raw":[""],"repeatable":[{"raw":""}]}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/event\/12931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/event"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/event"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12931"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/event-type?post=12931"},{"taxonomy":"source-language","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/source-language?post=12931"},{"taxonomy":"source-id-tax","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/source-id-tax?post=12931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}